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  • das Geld sitzt auf meinem Bankkonto und aufgrund der Inflation verliert an Wert. Ziele: mindestens für meine Rente, eventuell, um eine Wohnung oder Haus zu kaufen. Thesaurierende Investition.

    Gut, dann solltest du den Hauskauf entweder erst in 15 Jahren einplanen oder du musst ggf. Verluste in Kauf nehmen. Historisch gesehen kann es sein, dass du erst im 15. Jahr Gewinne machst und es davor den Bach runter geht. Ist natürlich unwahrscheinlich, aber wichtig zu wissen. Such mal nach “MSCI World Renditedreieck” und versuch die Grafik zu verstehen.

    Marktabdeckung ist ein Begriff, den ich bei finanztip entdeckt habe. Laut finanztip: “je höher die Marktabdeckung desto breiter streut der ETF Dein Investment”. Mehrere Deutsche haben mir empfohlen, finanztip nachzuschlagen, deswegen mache ich das.

    Finanztip ist super! Gut, die werden das irgendwie mit diesem Begriff vereinfachen, aber für die Diversifikation sind mehrere Ebenen wichtig. Der “Markt” besteht aus allen börsennotierten Unternehmen der Welt. Ein Index, so wie der MSCI World oder auch der DAX versuchen, durch spezifische Wahl der Unternehmen einen gewissen Markt nachzubilden, der DAX den deutschen Markt mit den 30 größten Unternehmen, der MSCI World möchte die Welt nachbilden mit ca. 1200 - 1300 Unternehmen (deshalb auch Weltindex). Tatsächlich bildet der MSCI World aber nur die entwickelte Welt ab, dabei ist es manchmal gar nicht so nachvollziehbar, warum Südkorea bspw. kein entwickeltest Land ist, andere aber schon. Diese Weltindices haben einen relativ hohen US-Anteil (~65%), denn dort gibt es eben auch die stärksten Unternehmen. Es gibt aber auch noch die All Countries Indices, wie z.B. der MSCI World ACWI oder auch der FTSE All World. Die nehmen dann bspw. noch China, Taiwan, Brasilien und solche Länder hinzu. Am Ende des Tages ist das für den Durchschnittsanleger einerlei, alle genannten Indices sind gut. Wichtig ist nur: Weltindex. Mach nicht den Fehler dich nur auf eine Region zu konzentrieren wie z.B. einen EU-ETF oder noch schlimmer, dich auf nur eine Branche zu konzentrieren, wie z.B. IT oder Pharma. Es soll ein Weltindex sein. Das ist die Diversifikation und damit auch die Marktabdeckung die du suchst, das sogenannte “free lunch”.

    wieso zwischen 13 und 15 Uhr? Wie viel hast du für die stop-loss Option bezahlt? 13 und 15 Uhr Deutschland-Zeit, richtig?

    Der Kurs von Aktien und ETFs schwankt während der Handelszeiten, man spricht vom sogenannten spread. Das ist für 300€ Sparplan irrelevant (und da kannst du den Kaufzeitpunkt auch nicht beeinflussen), bei 50k€ kann das aber gut ein paar 100€ ausmachen ob der Anteil jetzt eben 99€ oder 100€ kostet. Der Spread ist dann am geringsten, wenn am meisten Marktteilnehmer handeln. Und das ist der Fall wenn sowohl die Deutsche Börse als auch die US-Börse gleichzeitig geöffnet sind, und das ist eben zwischen 13 und 15 Uhr.

    stop-loss kostet nichts. Du kannst damit den Kaufpreis begrenzen, denn beim Kauf gibst du nicht 50k€ an, sondern die Anzahl an Anteilen. Daher ist der Preis, der bei Orderausführung bezahlt wird, variabel. Zu den oben genannten Handelszeiten wird da nichts in die Höhe schnellen und es wird auch immer genug Anteile zum Handeln geben, aber machs einfach um dir sicher zu sein. Lies bitte noch einmal im Netz nach, was stopp loss oder die anderen Ausführungsarten bedeuten.

    Nur für MSCI World gibt es mehrere Angebote: Invesco MSCI World, TER: 0.05% SPDR MSCI World, TER: 0.12% HSBC MSCI World, TER: 0.15% iShares MSCI World, TER: 0.20%

    Invesco, SPDR, HSBC… müssen Banken sein. Wieso kann die TER so stark variieren, wenn letzendlich alle Beispiele mit MSCI World arbeiten? Heißt eine zu niedrige TER (Invesco), dass ich diesen Anbieter ignorieren soll?

    Der Index ist zwar derselbe, aber die Emittenten der ETFs nicht. Hinter iShares sitzt zum Beispiel das Unternehmen Blackrock, Xtrackers ist die Deutsche Bank etc. Die legen ihre eigene TER fest, natürlich sind bekanntere wie der iShares ein klein wenig teuerer als die Unbekannten. Aber eine wichtige Sache kommt noch dazu: MSCI World ist nicht gleich MSCI World. Deshalb empfiehlt Finanzip auch bestimmte ETFs, und wenn dir das zu kompliziert sind, dann nimm einen von den vorgeschlagenen (ich glaube der iShares ist dabei).

    Wenn du jetzt aber sagst, hey das reicht mir nicht, dann ist das fair, aber dann wird es jetzt erwas komplizierter.

    we need to go deeper...

    Wenn du wissen willst, wie die sich unterscheiden kann ich dir das Vergleichstool von extraetf.com empfehlen. Ich habe da jetzt mal 3 deiner ETFs reingehauen, Invesco, Ishares und SPDR.

    Siehe hier: https://extraetf.com/de/etf-comparison?products=IE00B60SX394-etf%2CIE00B4L5Y983-etf%2CIE00BFY0GT14-etf

    Was findest du dort raus? Erstmal, alle sind thesaurierend, also genau das was du möchtest. Achte auch die ISIN oder WKN (quasi die Identifikationsnummer) beim Kauf, du möchtest einnen Accumulating ETF, keinen ausschüttenden.

    Dann haben die 3 wie von dir festgestellt verschiedene TERs. Was du aber auch relativ schnell siehst, ist dass sie sich in ihrer Indexabbildung unterscheiden. Der Invesco bildet synthetisch ab - aha, deshalb ist der so günstig! Physisch replizierend ist der Klassiker, bedeutet der ETF kauft tatsächlich die im Index enthaltenen Aktien. Synthetisch replizierend heißt, die Rendite wird über einen Swap-Vertrag abgebildet. Was das bedeutet bitte ich dich zu googlen, aber mein Tipp - bleib bei physischer Replikation. Daher ist der Invesco schonmal raus. Bleiben noch iShares und SPDR. Der ishares ETF ist 1. wesentlich länger aktiv (2009 vs. 2019) und er hat ein wesentlich höheres Fondsvolumen (118 Mrd. vs 16 Mrd. €). Damit hast du erstmal eine höhere historische Sicherheit beim iShares und außerdem ist die Chance niedriger, dass der ETF irgendwann aufgelöst wird (was bei 16 Mrd. € auch eher unwahrscheinlich ist). Ansonsten sind es nur Kleinigkeiten und macht vermutlich nicht viel aus. Aber du sparst bei 10k€ Anlagevermögen mit dem SPDR 8€ im Jahr, da musst du dir überlegen, was dir am wichtigsten ist.

    finanzielle Unsicherheit, so viel wie möglich sparen wollen, Neuling sein. Fair. Meine persönliche Meinung: Lockangebote sind für mich immer eine red flag. Wer mich nicht mit Fakten sondern mit Geld überzeugen will, dem traue ich nicht. Und in diesem Fall könnte mir meine Intuition recht geben - ich habe noch nie von Traders Place gehört und die paar Bewertungen hier geben kein besonders gutes Bild ab: https://www.finanztip.de/erfahrungen/traders-place/

    Ich persönlich gehe sogar so weit, dass ich meine ETFs nicht bei einem Neobroker sondern bei meiner Hausbank (DKB) kaufe, und da nehme ich 1,50€ pro Sparplanausführung im Monat in Kauf. Bin ich vermutlich zu streng, aber mir gibt es das bessere Gefühl. Deswegen kann ich nur nochmal sagen, nimm den Broker, dem du am meisten vertraust. Es geht immerhin um deine Altersvorsorge.


  • Du hast nicht gesagt, was der Grund deiner Investition ist. Die Antworten auf deine Fragen sind aber teilweise davon abhängig. Ich gehe jetzt einfach mal von sparen > 15 Jahre für die Altersvorsorge aus. Wenn dem nicht so ist, solltest du extra kritisch mit meinen Antworten umgehen.

    1. Beides muss sich nicht zwingend ausschließen, aber der Schlüssel heißt “Diversifikation”. Das kann die Abdeckung verschiedener Branchen bedeuten, aber auch verschiedener Länder.

    Zu “nachhaltigen ETFs”: ich weiß nicht was du hier mit Marktabdeckung meinst, daher kann ich zu den Zahlen nichts sagen. Die TER ist wichtig, aber die 2. Nachkommastelle im Grunde irrelevant, Ob 0.19% oder 0.22% ist vernachlässigbar. 0.60% ist aber schon ganz schön teuer. Ein gutes Beispiel für einen “nachhaltigen” ETF ist bspw. der A1W3CQ, den habe ich einige Jahre bespart. Es ist nicht grundsätzlich “blöd” in nachhaltige ETFs zu investieren, du solltest das Investment machen, mit dem du dich am besten fühlst. Meiner persönlichen Meinung nach ist die Entscheidung “investiere ich grundsätzlich in den Kapitalmarkt?” von so viel höherer moralischer Bedeutung als “investiere ich in einen “nachhaltigen” ETF?”, dass der Unterschied für mich gering ist. Dazu gibt es sehr, sehr viel Kritik an “nachhaltigen” ETFs. Die verbreiteten Siegel sind “ESG” und “SRI”, diese schließen spezielle Unternehmen aus (und mindern damit die Diversifikation deutlich). Ob du findest, nicht in Glücksspiel oder Alkohol zu investieren sei “nachhaltig” ist deine Entscheidung. Es findet aber so unglaublich viel Greenwashing statt, dass ich diese Siegel größtenteils für Bullshit halte. Ein bisschen was fürs Gewissen, damit linksliberale Akademiker ruhig schlafen können. Die Diskussion ist lang, deshalb kürze ich sie hier ab, frage gerne nochmal nach: Mach das, womit du dich gut fühlst.

    1. Das ist nicht korrekt, die TER ist keine Steuer. Du kannst die TER mehr wie eine Verwaltungsgebühr betrachten, damit fällst sie auf die gesame Investition an. Bei einem Anlagevolumen von 10,000€ betragen die Kosten mit TER = 0.22% 22€. Du siehst also, die Zahl ist eher vernachlässigbar.
    2. Ich kenne die Bedingungen der Neobroker nicht, aber bei der DKB würde ich dafür einmalig 20€ oder 50€ zahlen (bin mir gerade nicht sicher). Es handelt sich um einen einmaligen Kauf von ETF-Anteilen (dementsprechend zwischen 13 und 15 Uhr durchführen und ggf. einen stop-loss setzen). 300€ pro Monat wiederum sind ein Sparplan den du anlegst, das kannst du dir wie eine Dauerüberweisung vorstellen. Beides, sowohl die einmalige Investition als auch der Sparplan fließen in dasselbe Depot.
    3. Nein, du kannst den ETF aussuchen, den du für richtig hälst. Am besten hälst du dich da an Finanztip und gehst auf MSCI World, MSCI AWCI oder Vanguard FTSE All World oder eben ein nachhaltiges Pendant. Finger von ETCs, ETPs und erst Recht Krypto. Das ist für Kleinanleger (tlw. nicht nur für die) alles Glücksspiel und nicht zum Ansparen gedacht.
    4. Scheiß auf die Lockangebote. Du investierst 50k €, was interessieren dich 60€ Lockangebot? Geh zu dem Broker, dem du vertraust und hör auf Finanztip bevor du dich nicht richtig eingelesen hast.