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  • Verstehe was du meinst, halte aber deine drei Beispiele für Sanewashing.

    MMn ist der große Faktor, der die Rechtsextremen sehr beliebt macht, nicht, dass sie bestimmte Meinungen abbilden, die andere nicht abbilden würden, dass sie also überzeugende Argumente hätten. Denn bei allen drei Beispielen muss man nur einen kleinen Blick ins Wahlprogramm wagen und minimale Vorstellungskraft und Vernunft besitzen, um zu wissen dass die “Lösungen” der Rechtsextremen die Probleme verschlimmern statt sie zu lösen.

    Warum die “normalen” Parteien daran scheitern, AfD-Wähler zurückzugewinnen ist vielmehr, dass die AfD eben nicht mit Argumenten überzeugen will, sondern mit Emotion.

    Stell dir AfD-Wähler als Menschen mit größen Abstiegsängsten, oft eisam und mit niedrigem Selbstwertgefühl vor. Und mindestens ersteres ist vollkommen berechtigt. Wenn du aber Angst hast, also in einer psychisch belastenden Situation bist, willst du gar nicht hören was jemand anders tun will um deine Situation zu bessern. Ähnlich wie du bei Beziehungsproblemen (wo es ja auch oft um Ängste und manchmal um Einsamkeit geht) in einem Gespräch mit deinem besten Freund/deiner besten Freundin gar nicht unbedingt hören willst, was die Person meint, was du tun solltest.

    In einer psychischen Ausnahmesituation willst du zunächst hören, dass deine emotionale Reaktion richtig und verständlich ist, und dass du genau so, wie du bist, gut bist. Du willst verstanden werden. Du willst nicht allein sein.

    Genau das bietet die AfD. Sie sagt (implizit oder explizit): “Ich verstehe deine Angst. Ich verstehe deine Wut, und deine Wut ist berechtigt und richtig!”

    Außerdem bietet sie Gemeinschaft: “Ich bin auch wütend, komm, wir sind jetzt gemeinsam wütend!”

    Und sie sagt den Leuten, sie seien gut so, wie sie sind: “Du bist deutsch/weiß/männlich/hetero? Das ist gut so, du bist gut wie du bist”

    Wenn du diese Analyse davon, was den Kern der rechtsextremen Beliebtheit ausmacht, teilst, bedeutet das, das man schon mit Rechtsextremen reden kann und sollte, aber eben nicht wie mit allen anderen Leuten, die politisch andere Meinungen haben. Mit Faschisten streitet man nicht über Realpolitik. Noch weniger schließt man Kompromisse mit Leuten, die notorisch lügen (Wie schon jemand schrieb, wenn jemand behauptet 2+2=5 dann einigt man sich nicht auf 4,5).

    Man muss zunächst emotional Verständnis aufbringen, eine Gemeinschaft bei einem konkreten Thema aufbauen und darauf dann weiter aufbauen. Das macht Die Linke teilweise mit Haustürgesprächen. Da war ich mal dabei, das funktioniert, ist aber extrem anstrengend.

    ZB eine Person die die Tür aufmacht und einem direkt sagt “Ich wähl keine Altparteien, für mich gibt es nur noch die AfD” Da sagte die andere Person dann “Alles klar. Ich würde von ihnen aber gerne wissen, welches Thema sie konkret beschäftigt. Also was würden sie zum Beispiel als erstes machen, wenn sue selbst in der Bundesregierung wären?” Die Person erklärte dann, dass sie selbst 20 Jahre lang hart gearbeitet hatte, nun wegen Outsourcing den Job verloren hatte und keine Perspektive hat und seit mehreren Jahren von Bürgergeld lebte und sich kaum noch was leisten könne. Das gipfelte dann in einem “Das kriminelle Gesocks kriegt alles in den Hintern geschoben, die müssten alle raus” Die Person von der Linken meinte erstmal dass sie die Wut versteht, wenn man den Job so verliert. Und dann fragte sie “Wer war denn verantwortlich dafür?” Die Antwort war natürlich das Management der Firma, weil Produktion woanders billiger ist. Und da hatte man dann sofort gemerkt wie sich was geändert hat. Plötzlich war der “Hauptfeind” nicht mehr der Flüchtling sondern die gierige Vorstandsebene. Dann hat man gemeinsam (!) gegen die Gier und den Kapitalismus gerantet. Und natürlich die Leistung der Arbeiter*Innen gewürdigt, um auch zu sagen “Du bist gut, wie du bist” und eine Gemeinschaft zu haben, aber halt eine Klassengemeinschaft statt eine nationale.

    Am Ende fragte die Linken-Person noch, ob die Person glaubte, das Management hätte die Firma in Deutschland gelassen, wenn es weniger Ausländer hier gäbe. Und die Person sagte “Nein, das hat doch überhaupt nichts miteinander zu tun!”

    Das war kein Gespräch wie mit einem politischen Konkurrenten wo es um die bessere Lösung für ein Problem ging. Das hatte mehr mit einer Therapiesitzung zu tun. Aber es hat gewirkt, die Person hat versprochen, die Linke zu wählen.

    Und so ist mMn die einzig sinnvolle Art, mit AfD-Wähkern zu reden.


















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    6 days ago

    Bin aufgestanden und hab gefragt “Wieso?! Hättest du etwa ein Problem damit?!”, woraufhin er sofort versicherte es sei nur ein Scherz gewesen. Im Nachhinein kamen 6 Kollegen alle unabhängig voneinander zu mir und versicherten dass sie nicht homophob wären und so. Aber am Frühstückstisch hatte niemand mehr was gesagt. Ich bin nicht mal schwul. (Bin pan, aber das hätte wahrscheinlich keiner verstanden)