In Berlin loten Linke, Grüne und SPD aus, ob sie gemeinsam regieren könnten. Die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Katharina Dröge, sieht die Bedingungen für Sondierungen beim Thema Antisemitismus noch nicht erfüllt.
In Berlin loten Linke, Grüne und SPD aus, ob sie gemeinsam regieren könnten. Die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Katharina Dröge, sieht die Bedingungen für Sondierungen beim Thema Antisemitismus noch nicht erfüllt.
Die Grünen als Rechte Partei zu bezeichnen ist ein anderes Level an Realitätsverlust. Und dann auch noch auf der Basis von selbst ausgedachten Positionen die die Partei nicht mal vertritt.
Vielleicht Mal zur Aufklärung: Links vs rechts ist die Achse des ökonomischen Klassenkampfes (arme) Arbeitende vs (reiche) Vermögende. Bei jeder Bundesregierung, an der die Bundesgrünen beteiligt waren (und hier ging es um den Bund, nicht die Länder), haben die Vermögenden mehr von der Wertschöpfung der Arbeitenden abbekommen, als vorher.
Es war zwar ein geringerer Anstieg als er bei nur noch rechteren Parteien gewesen wäre, aber die Bundesgrünen nicht als rechts einzuordnen ist Realitätsverweigerung zu Gunsten von Identitätspolitik.
Erst mal tut es mir Leid für die späte Antwort, vielleicht ließt du dass hier ja noch.
Woher kommt diese Definition? Links vs Rechts ist ein ziemlich veteinfachtes Modell um Politische Positionen einzuordnen. Historisch gibt es da gar keine klare Definition und auch heute sind in jedem Land andere Dinge links oder Rechts.
Aktuell gibt es halt einen Rechtsruck, von dem auch die Grünen und die Spd nicht unberührt bleiben, aber beides sind immernoch klassische linke Parteien. Beide Parteien haben zb viele progressive Punkte, mal als ganz konkretes Beispiel bessere Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Auch soziales zählt dazu. Alles insgesammt Punkte die Ungerechtigkeit und Unterschiede bekämpfen.
Gerade diese Bekämpfung von Ungerechtigkeit, bzw Ungleichheit würde ich als eigentliches Hauptmerkmal des Linken Spektrums annehmen, während Rechte eher Unterschiede befürworten, bzw diese als Naturgegeben annehmen. Der von dir angesprochene “Klassenkampf”, also Bekämpfungvon sozialer Ungerechtigkeit ist da auch ein Teilaspekt von, aber Links ist deutlich mehr als Klassenkampf.
Klassenkampf an sich halte ich aber auch für das falsche Wort, da es Gewalt impliziert. Außerdem klingt das so als würde die Arbeiterklasse geeint gegen die Reichen kämpfen, welche ebenfalls eine Homogene Gruppe ist. Nun ist es aber so, dass die Arbeiterklasse vorrangig Afd wählt. Der Klassenkampf besteht aktuell also eher daraus, dass die Arbeiterklasse gegen sich selber kämpft. Währenddessen gibt es auch viele Reiche die sich für eine gleichberechtigtere Welt einsetzen.
Wenn du jetzt sagst das alle Parteien die nicht diesen Klassenkampf unterstützen rechts sind, dann halte ich das eher für einen Versuch radikale Positionen als Mitte zu etablieren. Das erlebe ich sonst leider eher bei Afd Spinnern die mir erklären, dass die Cdu links sei.
Um hier mal zu einem Abschluss zu kommen: Für mich klingt das als hättest du viel Linke Theorie gelesen. Die ist natürlich nicht unbedingt falsch, aber natürlich eine sehr eingeengte Sicht auf die Welt. Ich finde man sollte sich einfach darauf konzentrieren das Leben von allen einzelnen Menschen zu verbessern, weil das eigentlich das ist was meiner Ansicht nach das Linke Spektrum ausmacht. Angefangen bei Rollstuhlrampen vor dem Supermarkt bis hin zu einfacherem Zugang zur Hrt. Das wird nicht alle Probleme des Kapitalismus von heute auf morgen lösen, aber das die Grünen das nicht als Juniorpartner in irgendeiner Regierung erreichen ist wohl verständlich.
So hier mach ich mal Schluss, hab genug geschrieben. Ließt sich vielleicht eh keiner mehr durch aber egal.
Mal davon ab:
Als der Grüne Bundesvorsitzende gleich mit auf die Antisemitismus bei der Linken Kampagne aufgesprungen ist (auch wenn er letztens ein wenig zurückgerudert ist) wurde mir (zugegebenermaßen nicht hier) gesagt, dass das als politischer Konkurrent ja normal sei und man auch mal eine Spitze abkönnen müsse. Aber das gilt wohl nur in eine Richtung.
Und dass die Grünen auch außerhalb von Baden-Württemberg ständig nach Rechts gerückt sind, kann man ja wohl kaum abstreiten. Machen mittlerweile bereitwillig alles mit der CDU mit, haben Schröder damals den größten Sozialabbau in der BRD-Geschichte ermöglicht…
Die dem zu Grunde liegende Realität, derer sich mMn viele Deutsche verweigern, ist dass sie rechts sind. Die Parteien bieten ja für alle einsehbare und seit mehreren Legislaturperioden ziemlich konsistente Wahlprogramme an. Außer vielleicht Erstwählern kann niemand behaupten darüber nicht informiert zu sein. Und ja, ich bezog mich u.A. auch auf Agenda 2010.
Mein persönliches Problem liegt auch nicht darin, dass rechts gewählt wird - das gehört halt zur Parteiendemokratie dazu. Was mich ankotzt sind die ganzen Leute, die (wie der Mensch dem ich antwortete) hier online oder auch gerne in Wählerbefragungen behaupten das sei ja gar nicht rechts.
Und ja, mir stößt Antisemitismus auch auf. Aber wer (nicht der dem ich hier vorhin antwortete, aber schon genug gesehen) bei einem Bundeskanzler, der einfach mal alle Juden als Ausländer abstempelt, oder dessen Partei mit der AfD zusammen neue Stolpersteine verbieten lässt, nichts sagt, aber bei Israelkritik die Schnappatmung kriegt und bei Vergesellschaftung nach Art. 15 GG von der DDR schwafelt, entlarvt sich halt als jemand, der mit zweierlei Maß misst.